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Schokii liegend

Kirsten über ihre ersten Clickererfahrungen mit Katze "Schoki"
                                                  
"... Mittlerweile behauptet fast kein Wissenschaftler mehr, es seien nur die Gene oder nur die Umwelt, die unser Verhalten und Erleben bestimmen. Der Jahrhunderte andauernde Streit dreht sich in den letzten 20 Jahren oder so eigentlich "nur" noch um Prozente und vor allem um einzelne Faktoren.

Was ich dabei spannend finde ist die Frage: Wozu nützt es?

Ich persönlich bemühe mich sehr, den möglichen Einfluss der Gene zu "vergessen". Ich denke nämlich, dass das in den meisten Fällen eher schadet als nützt. Klar, es gibt Ausnahmen: Wenn eine vererbte Krankheit frühzeitig erkannt und damit womöglich behandelbar wird...

Aber bei Themen wie "Intelligenz" und vielen mehr, halte ich es für schädlich, an einen großen erblichen Anteil zu glauben. Das nimmt einem doch die Illusion, (wenn es denn eine Illusion wäre) selbst an seinem Leben viel steuern zu können.
...  

Aber was hat das Ganze mit Clickern zu tun? Es geht um "Glauben". Nicht im religiösen Sinne! Nee nee... *g*. Obwohl ich zig Untersuchungen über Konditionierungen gelesen habe, (angeblich wurden auch schon Würmer konditioniert, sich beim Einschalten einer bestimmten Lichtfarbe brav auf Kommando zusammen zu ziehen) war ich skeptisch, dass unsere Katzen sich auf diese Weise konditionieren lassen würden. Die Skepsis war nicht sehr groß, aber sie war da.

Als ich dann bei den ersten Versuchen mit Schoki erlebte, welche Möglichkeiten der Kommunikation sich da plötzlich auftun... war ich (und bin ich) total begeistert!!! Jetzt stoße ich an verschiedenen Stellen immer wieder auf Einwände wie: "Hey, das sind doch Katzen, mit denen kann man sowas nicht machen, das ist gegen ihre Natur. Schaff dir doch einfach wieder einen Hund an" .

Was soll das heißen: "...gegen ihre Natur"? Liegt es Katzen in den Genen, sich nicht mit uns auseinandersetzen zu wollen? Rätsel, die wir ihnen aufgeben, nicht lösen zu wollen? Nicht mit uns kommunizieren zu wollen? Was wäre, wenn ich das glaubte? Ich ließe meine Katzen neben mir her leben (wie es viele tun) und würde mögliche Versuche ihrerseits, mit mir kommunizieren zu wollen, gar nicht als solche wahrnehmen. Was ginge beiden Seiten dabei alles verloren?

Nur, wenn ich den Tieren zutraue, dass sie "intelligent" genug sind, (ich mag diesen Begriff nicht), mehr zu tun als Papierbällchen nachzujagen oder eine Feder am Band zu erhaschen, versuche ich es überhaupt.

Es kommt darauf an, was ich "glaube". Ich persönlich glaube, dass das Bild, das wir in dieser Zeit und in dieser Gesellschaft von Katzen haben, revidiert werden sollte. Katzen sollten für uns etwas anderes werden als niedliche Fellknäuel oder Mini-Tiger, die sowieso nur ihren eigenen Kopf haben und sich nicht für uns interessieren, solange wir keinen Dosenöffner in der Hand haben.

Diese Erkenntnis kam in mir auf, bei meinen allerersten Clicker- Versuchen mit Schoki, einer Katze, die nichts von Menschen hielt, sich nicht berühren lässt, ausser "ich will Futter" und "lasst mich in Ruhe" kein "Wort" mit uns sprach.... uns regelrecht ignorierte!

Schoki saß mit riesigen Augen vor mir. Es war, als würde sie sagen: "Endlich redest du mit mir! Ich versuche dich zu verstehen, ich streng mich an... was willst du mir sagen?"

Ich meine das nicht auf der derzeit schwappenden esoterischen Schiene. Ich bin nicht plötzlich "Tierkommunikatorin" geworden und lese die Gedanken meiner Tiere auf telepathischem Weg, nein.... Ich sehe sie mit anderen Augen und nehme plötzlich viel mehr wahr.

Natürlich ist unsere Kommunikation "läppisch". Ich sage so was wie: "Ich möchte, dass du dich auf dieses gelbe Handtuch setzt" und Schoki sagt: "Wie langweilig, aber gut, ich verstehe dich, ich zeig’s dir: Schau, ich sitze hier, wo du mich hinhaben wolltest, hast du sonst noch was zu sagen?" Es ist nicht mehr als ein Spiel, aber ein Spiel mit Kommunikation.

Es gelingt mir einmal wieder nicht so gut, rüberzubringen, was ich eigentlich sagen will.*seufz* 

Ich finde, das Clickern ist soviel mehr als eine Methode, den Katzen Kunststückchen beizubringen. Es ist eine Kommunikationshilfe, anhand derer wir unsere Zwiesprache mit dem Tier trainieren können. Wir schärfen unseren Blick füreinander. Wir lernen eine gemeinsame Sprache. Das funktioniert aber nur, wenn wir daran glauben, dass es funktionieren kann.

Ich habe das erst wirklich geglaubt nach den ersten Versuchen mit Schoki. Ich glaube, wir fanden es beide aufregend. Und wer weiß: Vielleicht hat Schoki ja bis dahin gedacht, es läge nicht in meiner Natur, mit ihr auf diese Weise zu kommunizieren? ..."

nach oben Schoki auf Kratzbaum




















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Arne schreibt dazu:

"Hier möchte ich noch etwas Ergänzendes hinzufügen:

Auch ich habe den Eindruck, dass Schoki nur auf den Moment gewartet hat, dass wir endlich versuchen würden mit ihr zu kommunizieren.

Bevor wir die Clickerversuche unternommen haben, war Schoki eine Katze, die zwar versucht hat uns zu zeigen, wenn etwas für sie nicht in Ordnung war, aber das geschah dann meistens auf eine Weise, die einen "negativen Effekt" hatte.

Ich gebe mal ein Beispiel: Ich mache jeden Tag zur selben Zeit (Abweichungen von ungefähr eine halbe Stunde) die Katzentoilette sauber. Vor ein paar Wochen war es noch so: Wenn ich sie mal viel später als sonst gesäubert habe, dann hat Schoki sich einfach irgendwo hingesetzt (meistens ins Bett unserer Tochter, oder auf einen im Badezimmer liegenden Wäschehaufen, und hat dort ihr Geschäftchen erledigt... ohne vorher einen Piep von sich zu geben oder auf sich aufmerksam zu machen.

Dann haben wir angefangen mit dem Clickern :-). Ich habe nun den Eindruck, dass Schoki versucht uns mitzuteilen, wenn für sie etwas nicht in der für sie gewohnten Ordnung abläuft. Dies passiert aber nicht mehr mit diesem "negativen Effekt", sondern sie versucht, mit uns zu reden, auf sich und ihr Problem aufmerksam zu machen.

Wenn nun die Toilette nicht zur gewohnten Zeit sauber ist, läuft sie unruhig in der Wohnung herum und fängt an zu miauen. Sie setzt sich in meine Nähe und miaut. Das ist nicht etwa ein normales Miauen, wie ich es von Kenzo, unserem Kater, kenne. Nein: sie "singt", so hört es sich jedenfalls an, und sie hört nicht eher damit auf, bis ich in die Küche gehe, mir einen Müllbeutel hole, ins Bad gehe und die Toilette aufmache, um sie zu säubern.

Wenn dann alles wieder seine Ordnung hat, werde ich sogar von ihr belohnt, indem sie zu mir kommt, sich an mich schmiegt und sich sogar mehr als sonst streicheln lässt. Es scheint, als würde sie sich bei mir bedanken, dass ich sie verstanden habe... Dies ist nur ein Beispiel, welches mir zeigt, dass ich glaube, Schoki hatte vor dem Clickern gar nicht die Hoffnung, dass wir sie je verstehen würden. Es gab für sie keine andere Möglichkeit, uns ihre Not mitzuteilen...

Kirsten schrieb: 

Natürlich ist unsere Kommunikation "läppisch". Ich sage so was wie: "Ich möchte, dass du dich auf dieses gelbe Handtuch setzt" und Schoki sagt: "Wie langweilig, aber gut, ich verstehe dich, ich zeig’s dir: Schau, ich sitze hier, wo du mich hinhaben wolltest, hast du sonst noch was zu sagen?" Es ist nicht mehr als ein Spiel, aber ein Spiel mit Kommunikation.

Welches unsere Schoki verändert hat... uns einen gemeinsamen Weg der Kommunikation ermöglicht, womit ich niemals gerechnet habe :-). Und so läppisch finde ich das gar nicht ;-)."

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